Die WM in Katar

Ein Fußball-Desaster

Je näher die Fußballweltmeisterschaft in Katar rückt, desto größer wird der Widerstand gegen ein Turnier in der Wüste. Die Gründe dafür sind vielfältig.

  • Die WM wird wegen der Temperaturen in Katar im Spätherbst und Winter ausgetragen. In den meisten Ländern wird die Saison auseinandergerissen, eine vernünftigen Vorbereitung ist daher kaum möglich. Fußballfeste beim Open-Air-Public-Viewing wird es nicht geben.
  • Katar hat keinerlei Fußballtradition. Fans fürchten, dass sich das negativ auf die Stimmung auswirken wird.
  • Seit der Vergabe stehen Katar und die FIFA unter Korruptionsverdacht. Der FIFA wird vorgeworfen, die WM nur aus Gründen der Gewinnmaximierung an Katar vergeben zu haben.
  • Fans mit einer anderen, als der traditionellen sexuellen Orientierung, haben Bedenken zu der Weltmeisterschaft zu reisen.
  • Stadien und Infrastruktur für die WM sind von Gastarbeitern errichtet worden, die dem Kefala-System unterworfen sind. Damit steht der Vorwurf der Sklavenarbeit im Raum. Laut eines Berichts des Londoner Guardian im März 2021 sind im Zuge der Bauarbeiten bislang rund 6.500 Arbeiter ums Leben gekommen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Beteuerungen des Emirats, das Kafala-System abgeschaft zu haben, ließen sich bis heute nicht verifizieren.

In unserem Film beschäftigen wir uns allerdings mit einem Aspekt, der bislang noch nie beleuchtet worden ist. Was ist eigentlich mit den Spielern? Sie stehen unter dem immensen Druck von Vereinen, Verbänden und von Fans, denen der Austragungsort egal ist. Ist es wirklich allen Akteuer gleichgültig, dass so viele Menschen sterben mussten, nur damit ein Fußballturnier gespielt werden kann? Was geschieht mit einem jungen Spieler, wenn ihm klar wird, dass er, bidllich gesprochen, auf den Gräbern tausender von umgekommener Arbeitern spielt?

Oft wird argumentiert, dass ein Sportboykott auch andere Länder treffen müsste, etwa China, weil dort Millionen von Uyguren unterdrückt werden. Wir halten es durchaus für richtig, dass der Sport nicht in Geiselhaft der Politik genommen werden soll. Doch hier liegt der Fall anders. China unterdrückt die Uyguren ja nicht, weil dort 2022 Olympische Winterspiele ausgetragen werden sollen. Doch die Arbeiter von Katar starben nur aus einem Grund: Weil dort Fußball gespielt werden soll.

Genau das ist der Antrieb für uns, diesen Film zu machen. Wenn der Sport, der doch eine völkerverbindende und friedliche Botschaft tragen soll, nur dann möglich ist, wenn Tausende von Menschen ihr Leben verlieren, nur um eine Sportveranstaltung zu ermöglichen, dann hat der Sport seinen Sinn verloren.